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Offizier verhöhnt tote "Gorch Fock"-Kadettin

Vor vier Jahren ging Jenny Böken auf der "Gorch Fock" von Bord und ertrank. Ihre Eltern suchen bis heute nach Antworten. Der Tod der Kadettin wird jetzt auch noch öffentlich von einem Marineoffzier verhöhnt.Kiel / Geilenkirchen. Sie mussten ihre Tochter zu Grabe tragen, ohne zu wissen, warum sie über Bord der "Gorch Fock" ging. Seit vier Jahren kämpfen die Eltern von Jenny Böken um Antworten, stehen dabei nach eigenen Angaben vor einer "Wand des Schweigens". Und jetzt verhöhnt auch noch ein Marineoffizier den Tod der jungen Kadettin.
Nachdem die Eltern angekündigt hatten, vorm Bundesverfassungsgericht klagen zu wollen, berichtete der sh:z darüber, auch online. Ein Kommentator schrieb daraufhin auf shz.de: "Da sind sie wieder, die Bökens: Mit einem Sammelsurium absurder Hirngespinste betreffs des Todes ihrer Tochter vergeuden sie seit mehreren Jahren das Geld anständiger Steuerzahler." Und: Die Eltern leugneten, "dass ihre Tochter schlicht und ergreifend in Darwin-Award-fähiger Weise von der Back der 'Gorch Fock' gestürzt ist".
Marine hat interne Prüfung veranlasst
"Ich war fassungslos", sagt Mutter Marlis Böken (54), die diese Aussagen nicht auf sich beruhen lassen will. Denn der Darwin Award ist ein Negativpreis, der seit 1994 an Menschen verliehen wird, die sich versehentlich selbst töten oder unfruchtbar machen und dabei ein besonderes Maß an Dummheit zeigen. Brisant ist der Kommentar deshalb, weil es sich beim Verfasser nach Erkenntnis der Eltern um einen Offizier des Presse- und Informationszentrums der Marine, Außenstelle Eckernförde, handeln soll. Dienstgrad: Kapitänleutnant.
Die Marine verneint auf Anfrage nicht, dass der Schreiber aus ihren Reihen stammt. Marine-Sprecher, Fregattenkapitän Uwe Rossmeisl, erklärt: "Die hier zur Rede stehenden Kommentare spiegeln nicht die Meinung der Deutschen Marine wider. Unabhängig davon hat die Marine eine Prüfung des Vorgangs veranlasst und wird für den Fall, dass sich Anhaltspunkte für eine dienstrechtliche oder strafrechtliche Würdigung ergeben, die erforderlichen Schritte einleiten."
Flottillenadmiral von Maltzan reagierte betroffen
Am Freitag reagierte Flottillenadmiral Georg von Maltzan betroffen. "Derartige Äußerungen, wie sie in den Kommentaren getätigt wurden, sind aus unserer Sicht völlig inakzeptabel", sagte der Chef des Stabes im Flottenkommando in Glücksburg. Die Marine prüfe den Fall, um in der Sache selbst die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. "Tatsache ist, dass in solchen Fällen eine Trennung zwischen dienstlichen und privaten Äußerungen nicht möglich ist."
Der sh:z bat den Kapitänleutnant schriftlich und telefonisch um eine Stellungnahme, die bislang nicht erfolgte.
Die Umstände von Jenny Bökens Tod konnten nicht geklärt werden. Von einem Darwin Award zu sprechen, hat die Eltern aus Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) tief getroffen. Vater Uwe Böken (54): "Solche Äußerungen bestätigen mir, welche Haltung innerhalb der Marine herrscht." Auch in Marine-Foren sei der Ton scharf geworden. Die Bökens sollten endlich Ruhe geben. Marlis Böken sagt: "Jenny hat ihr Leben verloren. Mehr kann man im Dienst nicht geben. Und wir haben gute Gründe, weiter Fragen zu stellen." Wegen der verletzenden Äußerungen wollen sich die Eltern nun an den Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, wenden.

Quelle: shz online


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